Beim Gender Pay Gap — der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen — kennen die meisten Menschen zumindest die Zahl. Beim Gender Care Gap ist das anders. Dabei ist er mindestens genauso bedeutsam. Und er betrifft jeden Haushalt direkt.


Was ist der Gender Care Gap?

Der Gender Care Gap beschreibt die Ungleichheit in der unbezahlten Sorge- und Hausarbeit zwischen Männern und Frauen. Dazu gehört: Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushaltsführung, Kochen, Einkaufen, Putzen — und Organisation, Planung, Koordination. Also Mental Load.

All das ist Arbeit. Sie wird nur nicht bezahlt. Und sie wird sehr ungleich verteilt.


Die Zahlen

Deutschland: Frauen leisten laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 44 Minuten mehr unbezahlte Sorgearbeit pro Tag als Männer. Das sind über 267 Stunden im Jahr — mehr als 11 volle Tage.

Österreich: Laut Statistik Austria übernehmen Frauen rund 2/3 der unbezahlten Arbeit. Bei Paaren mit Kindern steigt dieser Anteil noch weiter.

Schweiz: Das Bundesamt für Statistik zeigt: Frauen leisten wöchentlich rund 8 Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer.

Und das sind nur die messbaren Anteile. Mental Load ist in diesen Zahlen kaum erfasst.


Warum ist das ein Problem?

Wirtschaftlich: Wer mehr unbezahlte Arbeit leistet, hat weniger Zeit für bezahlte Arbeit. Das erklärt einen großen Teil des Gender Pay Gaps — Frauen arbeiten häufiger Teilzeit, haben weniger Karrierechancen und niedrigere Rentenansprüche.

Gesundheitlich: Die Doppelbelastung aus Beruf und Haushaltsmanagement ist eine der häufigsten Ursachen für Burnout bei Frauen mittleren Alters.

Gesellschaftlich: Solange unbezahlte Arbeit als "Frauensache" gilt, bleibt sie unsichtbar — obwohl sie das Fundament unserer Gesellschaft ist.


Was du konkret tun kannst

Im eigenen Haushalt: Erfasse einen Monat lang wer was macht — wirklich alles. Du wirst wahrscheinlich überrascht sein. Dieses Bild ist der Anfang eines echten Gesprächs.

In der Beziehung: Sprich nicht von Schuld — sprich von Fakten. "Ich habe in den letzten vier Wochen X Stunden für Y aufgewendet. Lass uns gemeinsam schauen wie wir das fairer gestalten."

Der Gender Care Gap ist kein abstraktes Problem — er findet in deiner Küche, deinem Wohnzimmer, deinem Kopf statt.

Sichtbar machen ist der erste Schritt.

Mach es sichtbar.

Care·Arbeit hilft dir, alle Aufgaben im Haushalt sichtbar zu machen — als Grundlage für ein ehrliches Gespräch.

Kostenlos testen auf wer-macht-was.com →

Clarenda Lab entwickelt Tools die unsichtbares sichtbar machen — für Haushalte, Familien und Unternehmen.